Welche Einstreu-Arten gibt es?

Wer beispielsweise von Stroh als Einstreu auf Pellets umsteigt, sieht am Anfang vielleicht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Unzählige Fragezeichen schwirren über dem Kopf. Wir beraten dazu gern auch telefonisch. Aber dieser Beitrag soll helfen, zumindest schon einen groben Überblick zu haben.

Die Arten:

Aktuell bieten wir folgende Einstreu-Arten an (auf + und - gehen wir später in diesem Beitrag genauer ein):

Holzpellets: + einfache Anwendung - ggf. Entsorgung prüfen
Strohpellets: + einfache Anwendung und Entsorgung - werden ggf. gefressen
Stropellets mit Raps: + einfache Anwendung und Entsorgung
Strohgranulat: angenehm für Fohlen und ältere Tiere
Miscanthus-Pellets: + hohe Saugkraft und einfache Anwendung
Miscanthus-Häcksel: + besonders nachhaltig und Vielseitig - ggf. höhere Staubbelastung

Das Pellet:

Bis auf das Miscanthus-Häcksel sind also alle Einstreuarten in Pellet-Form. Das heißt, die Ausgangsmaterialien Holzspäne, Strohhäcksel oder Miscanthus-Häcksel werden zerkleinert und mit hohem Druck ohne Bindemittel zu Pellets mit einem Durchmesser von 6 bis 8 Millimetern verpresst. Dabei wird das Volumen des Ausgangsmaterials durch den Pressvorgang auf etwa 1/7 (ein Siebentel) reduziert. Sprich aus 7 Kubikmetern Holzspänen beispielsweise werden 1 Palette/ 1 BigBag Holzpellets mit einem Gewicht von ca. 1000kg.
Ein anderer Vergleich: Wer bislang 1 Ballen Stroh pro Monat und Pferd benötigt hat kommt künftig mit 1 Palette (ca. 1000kg) Pellets hin. Das spart eine Menge Lagerplatz und Transportaufwand. Letzteres kommt nicht nur dem Geldbeutel sondern auch der Umwelt zugute.

Die Anwendung und der Verbrauch:

In punkto Anwendung und Verbrauch sind alle Pellet-Arten gleich. Es werden ca. 15kg pro Quadratmeter als Grundeinstreu eingebracht. Wenn du die Pellets also nicht im BigBag sondern als Sackware bestellst ist es 1 Sack pro Quadratmeter. Bei einer Box von 10 Quadratmetern brauchst du also 10 Säcke á 15kg = 150kg als Grundeinstreu. Hinzu kommen pro Monat und Pferd ca. 2 bis 4 Säcke als Nachstreu.

Merke: Die Grundeinstreu-Menge hängt von der Fläche ab. Die Nachstreu von der Anzahl der Pferde. Bei einem Offenstall von sagen wir 30 Quadratmetern und 5 Pferden braucht es demnach 30x15kg= 450kg Grundeinstreu und danach monatlich 5x (da 5 Pferde) 2 bis 4 Säcke Nachstreu. Theoretisch kann die Grundeinstreu 1 Jahr und länger drin bleiben. Grund für einen kompletten Austausch kann eine Wurmkur sein. Wenn die durch ist (also aus den Pferden alles raus ist;) ) kann komplett gereinigt und neu eingestreut werden. Mehr zum Thema Verbrauch findest du in unserem Blog-Beitrag "Wie viel Einstreu brauche ich?"

Die Einstreu sollte trocken eingebracht werden. Wieso wir dazu raten und warum es Ausnahmen gibt erfährst du in unserem Blog-Beitrag "Anfeuchten bei Staub- oder Stroh-Allergikern?"

Welche Einstreu ist die richtige für mein Pferd?

Eines vorweg: Da wir auf langfristige Kundenbeziehungen aus sind, ist es uns lieber, erst einmal nur eine kleine Menge zu verkaufen und den Kunden bei der Entscheidungsfindung zu helfen, bevor dann die jährliche Hauptmenge geliefert wird. Deshalb bieten wir euch gern für den Anfang gemischte Paletten an. Der Preis wird nach dem Beratungsgespräch oder auf Anfrage in Abhängigkeit von Warenmenge und Produkt eigens kalkuliert. Die Angebotserstellung und auch eine Kalkulation zum geschätzten Jahresverbrauch sind selbstverständlich kostenlos.

Holzpellets ...

bestehen in der Regel aus Nadelholz. Es sollten aber nicht wahllos Pellets aus dem Baumarkt gekauft werden. Denn diese können mit Maisstärke besprüht sein, die die Pellets geschmeidiger macht sodass sie in Heizsystemen besser nachrutschen. Bei Pferden hätte die Maisstärke, die in Verbindung mit Feuchtigkeit klebrig wird, jedoch den negativen Effekt, dass die Pellets am Huf der Pferde verklumpen können. Unsere Pellets sind nicht mit Maisstärke besprüht. Ansonsten haben die Holzpellets fast ausschließlich Vorteile. Sie saugen gut, stauben wenig und werden in der Regel nicht gefressen. Jedoch sollte man sich vor dem Kauf von Holzpellets als Einstreu mit der Frage der Mist-Entsorgung befassen. In der Regel wollen Biogas-Anlagen keinen mit Holz versetzen Mist und auch einige Bauern stellen sich quer. Sie befürchten eine Übersäuerung der Böden. Diese Vermutung ist jedoch aufgrund der in der Regel großen Ackerflächen irrelevant. Und selbst wenn der Boden saurer würde (wir sprechen hier laut einer Studie von einem Anstieg im 0,00x-Bereich) könnte mit Kalk entgegengewirkt werden.

Strohpellets ...

werden in der Regel aus Weizenstroh gepresst. Dazu wird das Stroh klein gehäckselt und dann unter hohem Druck zu Pellets gepresst. In punkto Entsorgung gibt es bei Strohpellets keinerlei Einschränkungen. Aber manche Pferde fressen die Strohpellets, da sie dem Kraftfutter sehr ähneln. Man könnte dies durch Anfeuchten verhindern. Aber vom Anfeuchten raten wir ja generell ab. Daher ... Rapsbeimischung ...

Strohpellets mit Raps ...

hier wird dem Weizenstroh noch Rapsstroh beigemischt. Der bittere Geschmack reduziert das Risiko, dass die Pferde die Pellets fressen, auf ein Minimum. Aber das Pferde nunmal Pferde sind bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel.

Strohgranulat ...

sind Strohpellets, die nach dem Pressvorgang wieder gehäckselt werden. Dadurch ist das Material sehr weich und fluffig und eignet sich insbesondere als Liegefläche für Fohlen oder ältere Tiere. Es ist aber auch besonders gut für Geflügel und andere Kleintiere wie Nager geeignet!

Miscanthus-Pellets / Elefantengras / Chinaschilf ...

dieses Material hat verschiedene Namen. Wir verwenden daher den einheitlichen Begriff "Miscanthus". Das Gras/ Schilf ist gewissermaßen eine Mischung aus Stroh und Holz. Wenn die Pflanze über Winter abtrocknet, verholzt sie. Die Ernte erfolgt in der Regel nach dem letzten Frost, kurz bevor die neuen Triebe ausschlagen. Das Gewächs wird einmal maschinell oder per Hand angepflanzt und kann dann jahrelang geerntet werden. Miscanthus ist ein tolles, nachhaltiges Produkt. Es kann nicht nur als Einstreu, sondern in gehäckselter Form auch als Gartenmulch (sieht nicht nur toll aus sondern verringert auch die Verdunstung/Austrocknung), als Dämmstoff oder als Beimischung in Lehmziegeln verwendet werden.
Miscanthus-Pellets haben wir seit dem Jahr 2020 im Angebot. Nachdem sich das Produkt am Anfang nur langsam verkaufte, gehen mittlerweile rund 1/3 unserer Einstreu-Pellets als Miscanthus-Variante an die Kunden raus. Diese Pellets sind sehr saugfähig, relativ staubarm (siehe Beitrag "Anfeuchten bei Staub- oder Stroh-Allergikern?") und die Entsorgung des Mistes (siehe Vergleich Holzpellets) ist in der Regel kein Problem, sollte aber trotzdem mit dem Abnehmer (Biogasanlage/ Bauer) besprochen werden.

Miscanthus-Häcksel ...

werden regional bei uns in Sachsen direkt auf dem Feld hergestellt. Wenn die Ernte und Verpackung (Einblasen in BigBags) direkt auf dem Feld geschieht, können die Häcksel relativ viel Staub enthalten. Wir bieten die Miscanthus-Häcksel saisonal aber auch entstaubt in Ballen an.

Übersicht:

Holzpellets: + einfache Anwendung - ggf. Entsorgung prüfen
Strohpellets: + einfache Anwendung und Entsorgung - werden ggf. gefressen
Stropellets mit Raps: + einfache Anwendung und Entsorgung
Strohgranulat: angenehm für Fohlen und ältere Tiere
Miscanthus-Pellets: + hohe Saugkraft und einfache Anwendung
Miscanthus-Häcksel: + besonders nachhaltig und Vielseitig - ggf. höhere Staubbelastung